Kommentar zur ATP-Tour: Verwöhnte Paradiesspieler

Aussagen von den französischen Tennisprofis Benoit Paire („Ich habe in der ersten Runde verloren, das ist besser. Ich kann schnell aus der Blase raus und ein paar freie Tage vor Miami genießen.“) und Jo-Wilfried Tsonga („Wir können nicht in Restaurants gehen, um zu entspannen. Wir sind nicht motiviert, es macht keinen Spaß.“) zeichnen ein erschütterndes und inakzeptables Bild über die Einstellung der Tennis-Profis zu ihrem Sport ab.

Es sollte der ATP-Tour sehr zu denken geben, dass privilegierte Sportler schamlos derartige Sätze von sich geben. Die Blase, in der sich die Sportler seit Corona bewegen, hat scheinbar auch vor allem Auswirkung auf die Gehirnleistung der Profis. Nichts ist es mehr, nach jedem Turnier für etwas Tennissport einen dicken Scheck zu erhalten. Keine Zuschauer mehr, deren verrückte Anbetung den Narzissten in einem selbst noch größer werden ließ. Das Dolce Vita rund um den Tennisplatz herum ist passé und schon verlieren die Profis die Lust an ihrem Sport. Die Konten sind prallgefüllt, also warum sollte man sich die Qualen noch antun, wenn das Geld sowieso nicht mehr aus dem Fenster geschmissen werden kann.
Für Spieler wie Paire und Tsonga scheint es kein Verständnis mehr für ihre Vorbildfunktion gegenüber Fans zu geben.
Das Erschreckende ist, wie schamlos sie Zündstoff in die Welt streuen:
Auf die Frage bei einem ATP-Turnier in Auckland, Neuseeland, was er hier am meisten genieße, antwortete Paire, „die Frauen“ – natürlich kann das auch gut und gerne als humorvolle Antwort verstanden werden, doch Respekt gegenüber Veranstalter, Helfern und Menschen zu zollen, die solche Turniere ermöglichen, wäre da eher angebracht.
Manchmal wünscht man sich, dass die ATP härter durchgreifen würde, damit Spieler wie Benoit Paire nicht mehr solch einen Schmarrn in die Köpfe der Leute streuen würden.

Veröffentlicht von Leon Paul Späthling

Leon Paul Späthling, 1995 in Bayreuth born, lives in Berlin.

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