Die Top 100 im deutschen Herrentennis ist 2025 mit nicht mehr vielen Leuten gelistet. Das sah vor 20 Jahren noch ganz anders aus.
Nicolas Kiefer
2005 verlief für Kiefer enttäuschend: Bei den Australian Open verlor er überraschend in der 1. Runde gegen den Belgier Olivier Rochus — obwohl er immerhin an Position 21 gesetzt war. Damit verpasste er ein frühes erfolgreicheres Abschneiden bei einem Grand Slam — und insgesamt blieb das Jahr hinter seinen früheren Erfolgen zurück. Kiefer war 2005 nach wie vor einer der erfahrenen deutschen Spieler, konnte aber nicht mit früheren Spitzenleistungen oder Konsistenz auf Tour überzeugen.
Tommy Haas
Auch für Haas war 2005 kein leichtes Jahr: Bei den Australian Open 2005 verlor er in Runde 2 nach starker Leistung in Runde 1 — er führte bereits 2:0 Sätze, unterlag dann aber überraschend dem Slowaken Karol Beck in fünf Sätzen. 2005 trat er zudem mit der deutschen Mannschaft beim World Team Cup an — zusammen mit anderen deutschen Topspielern. Insgesamt war 2005 für Haas ein schwieriges Jahr — trotz Potenzial und Erfahrung kamen keine ganz großen Erfolge zustande. Er blieb jedoch weiterhin ein wichtiger Teil der deutschen Tenniselite.
Florian Mayer
2005 war für Florian Mayer ein Jahr mit bemerkenswerten Einzelerfolgen auf Sand: er erreichte bei einigen Turnieren tiefe Runden (u. a. ein starkes Abschneiden in Sopot/Polen, gegen Topspieler wie Guillermo Coria). 2005 trug wesentlich zu seinem Aufstieg in die Top-100 bei.
Tomas Behrend
2005 war das wohl beste Jahr in der Karriere von Behrend: Am 3. Oktober 2005 erreichte er mit Rang 74 seine Höchstposition in der ATP-Weltrangliste. Bei den French Open 2005 überstand er als Qualifikant die erste Runde — damit zeigte er, dass er auf Grand-Slam-Ebene mithalten konnte. Obwohl er nie einen ATP-Titel holte, war 2005 sein stärkstes Jahr im Einzel — nicht zuletzt wegen der Kombination aus beständigem Tour-Spiel und Starkleistungen bei größeren Turnieren.
Björn Phau
Bei den Australian Open 2005 kam Phau als „Lucky Loser” ins Hauptfeld und überraschte mit einem Sieg in der 1. Runde gegen den Spanier Albert Costa. Damit lieferte er den vielleicht größten internationalen Erfolg seiner jungen Karriere bis dahin — ein bemerkenswerter Erfolg, auch wenn er selbst kein Grand-Slam-Tieffeld erreichte. Insgesamt kann 2005 für Phau als ein Jahr des Versuchs und der ersten kleinen Durchbrüche gewertet werden: Der Einzug ins Hauptfeld eines Grand Slams und der erste Sieg dort markieren den Anfang seiner längeren Tour-Karriere.
Rainer Schüttler
2005 gehörte Schüttler zu den erfahrenen Köpfen im deutschen Tennis und vertrat das Land international — u.a. bei der Mannschafts-Veranstaltung World Team Cup in Düsseldorf, wo sein Team den Titel holte. Bei den Australian Open 2005 gewann er zunächst sein Erstrundenmatch gegen Olivier Patience, scheiterte aber in Runde 2 klar gegen den Altmeister Andre Agassi. Das Jahr 2005 war für Schüttler weniger spektakulär als frühere Spitzenjahre — er konnte nicht an seine früheren Grand-Slam-Höchstleistungen anschließen. Dennoch blieb er eine verlässliche Größe im deutschen Herren-Tennis und half mit seiner Erfahrung dem Team.
Philipp Kohlschreiber
Sein größter Erfolg 2005: Bei den Australian Open 2005 erreichte er das Achtelfinale — als einziger deutscher Herreneinzelspieler im Hauptfeld dieses Slams. Auf dem Weg dorthin schlug er u.a. in Runde 1 Kenneth Carlsen klar, profitierte in Runde 2 vom Aufgabe seines Gegners und besiegte in Runde 3 Jean-René Lisnard. Obwohl er den eingeführten großen Durchbruch noch nicht schaffte — er verlor im Achtelfinale gegen den an 2 gesetzten US-Amerikaner Andy Roddick klar — zeigte Kohlschreiber, dass er auf Grand-Slam-Niveau konkurrenzfähig war. 2005 kann also als Jahr gelten, in dem Kohlschreiber sich in der internationalen Spitze eindrucksvoll in Szene setzte und sich als deutsche Hoffnung für kommende Jahre etablierte.
